Ja die letzten Tagen und Wochen haben einiges Neues ergeben. Dazu aber später. Erst einmal von der Arbeit: Ich hatte erst 7 Tage frei und habe nun am Wochenende gearbeitet. Die beiden Dienste waren mehr als ruhig, um es von der finanziellen Seite des Krankenhaus zu sagen "Zu wenig Patienten und zu viel Personal". Wir waren 3 Staff Nurses bei 5 Patienten. Nurse in Cargo hat eine/einen und wir hatten je zwei. Man kann da natürlich dann die ganze andere Arbeit schnell machen, wie Crash Trollet checken, alles auf Hochglanz putzen (ach ja, 2-3 Putzfrauen für die Ebene sind auch jeden Tag da) und BBC iPlayer gucken, den es leider nicht in Deutschland zu schauen gibt :( Weil der ist echt gut. Der Nursing Admin/Manager, der das ganze Krankenhaus betreut wollte von uns die Web History einsehen, was er auch darf und getan hat, aber meckern konnte er nicht HAHA , denn alles war gemacht. Aus Lageweile hat die Nurse in Charge die Telefonliste der Station und viel anderen Doku Kram der nicht unsere Aufgabe ist gemacht, ich habe alle Trollys, Trays, Dinamaps und Fläschen gewischt und mich Stunden mit Patienten unterhalten und Wünsche erfüllt... da war der Manager dann ein bissl sprachlos. Jaja, erst meckern und dann... ;)
In letzter Zeit sind wirklich zu wenige Patienten. Und das obwohl die Onkologie extra 5 oder 6 Stellen ausgeschrienen hat und 3 erst davon besetzt sind und ich und eine Schweizerin das Krankenhaus verlassen. Aber der nursing Admin meinte gestern, das is immer so erstmal, "da wirbt man Personal gross an, dann ist nix zu tun". Aber das Krankenhaus entlässt deshalb keinen, weil jeden Tag sich die Situation ändern kann. Schnell sind mal 5-8 Selbstzahler aus Dubai da und wollen bei uns behandelt werden, die lassen dann genug Geld da das man uns durch bezahlen kann. Zudem gabs ne Gehaltserhöhung und das Outpatient Department (Tagesklinik) macht zur Zeit so viel Umsatz das wohl die Zahlen gehalten werden.
In letzter Zeit sterben meiner Meinung nach nur ein bissl viel Patienten bei uns, weil viele keinen kurzfristigen Hospitzplatz bekommen. Und dann habe ausgerechnet auch ich die Patienten zu betreuen, was noch nicht so schlecht ist, da wenn die Patienten dann sterben, ich meistens im OFF bin oder Gegengesetzten Dienst.
Gekündigt habe ich meine Arbeitsstelle auch vor 2 Wochen, weil ich einen Studienplatz in Deutschland bekommen habe (NICHT Medizin!). Somit ist es auch hinfällig zu sagen wie der angestrebte Job in der Hämatologie der Uniklinik London werden wird. Die fanden es nicht ganz so schön das ich abgesagt habe. Muss auch an mich denken :)
Ich wünsche euch ne schöne Woche, mir geht's wieder besser, nachdem ich heute Mittag gekotzt habe weil ich irgendwas falsches gegessen habe. Aber jetzt geht's mir wieder besser, so gut das ich mal was raus muss :)
Bis bald,
Dave
London
Montag, 25. Juli 2011
Dienstag, 12. Juli 2011
Days and Nights
Die letzten Tage waren ein bissl anstrengend. Hatte 4 Nächte, dann den Tag frei an dem ich aus der Nacht kam und dann 2 Long Days und eine Nacht wieder. Ätzend.
Die Nächte waren ruhig genug um lange Pause machen zu können, aber zur Zeit haben wir auf Station sehr oft Patienten im Endstadium. In der vierten Nacht ist eine Patientin gestorben, mit Lungen Krebs und in der ersten musste ein Patient am Ende unseren Nachtdienstes (also der Tagdienst hat gerade übernommen) reanimiert werden, obwohl er NFR war (Keine Rea, keine Intensivmaßnahmen). Da aber gerade zu diesem Zeitpunkt der Consultant da war und die Familie viel Stress gemacht hat (geschrien und gefleht was zu tun), wurde vom Consultant entschieden Reanimationsmaßnahmen zu betreiben. Und wenn man damit dann dummerweise anfängt kann man auch nicht mehr sagen das man den Patienten nicht auf Intensiv verlegt; - also kam er auch auf die Intensiv wo er zeitweise auch weiter reanimiert worden ist und nun ist er bis gestern zwar noch am Leben gewesen aber intubiert und man weiß nicht genau was sein Brain sagt.
Der Zustand des Patienten verschlechterte sich schon die Tage davor zusehends, und sein Sp02 Wert sank ohne Oxygen ziemlich schnell auf teils 65% und in seiner Hypoxie hat er Sauerstoff abgelehnt. Dann musste er fast schon gezwungen werden Sauerstoff zu tragen, weil er selbst nicht mehr zurechnungsfähig war. Zudem ist er arabisch, das heisst die Familie muss immer mit betreut werden mehr als bei europäischen Familien würde ich sagen. Und zudem waren Sie gegen die NFR Maßnahmen, was Sie in der Regel immer sind weil die die Hoffnung nie aufgeben, auch wenn der Patient gerade reanimiert werden.
In der vierten Nacht die Patientin ist friedlich gestorben. Auch deren Zustand hat sich zu sehends extrem verschlechtert und hat Sauerstoff immer wieder abgezogen so das man Sie dann minutenlang dazu überzeugen musste den Sauerstoff zu akzeptieren. Einfach war das nicht. Unser Ziel bei Ihr war es, wie eigentlich bei dem arabischen Patienten auch, die Patientin so komfortabel und painfree zu bekommen wie möglich. Das war Sie bis zu Ihrer letzten Minute auch, und das sogar ohne Medikamente, soweit wir das beurteilen konnte. Der Ehemann hat auch die letzte Nacht bei der Patientin im Zimmer geschlafen und die Familie ist in der Nacht eingetroffen um Abschied zu nehmen. Das war schön! Ein emotional, aber friedlicher und freundlicher Abschied!
In meiner letzten Nacht nach den 4 Nächten und den Tagdiensten, hatte ein mir vorher bekannte Patient sich ebenfalls auch sehr verschlechtert. In einigen Posts before in diesem Blog habe ich den EWS Score erklärt. "Meinen" Patienten habe ich mit einem Score von 2 übernommen und den mit 6 übergeben müssen. Aber auch mit dem Score von 2 war er schon kritisch, weil die Leber und Renal Werte ziemlich down waren:
Urea 28.9
Crea 227
Bili 6.2
alle Transferase ums teils bis 4 fache des maximal Wertes gestiegen
und die fluid balance war mit 2409 im plus und das trotz 120mg Furosemid i.v. in 24Stunden, sprich, der Patient hatte teilweise weniger als 10ml die Stunde ausgescheiden und als wir wegen der hohen Bilanz die Flüssigkeitszufuhr I.V. gestopppt haben, war das ausscheiden NULL. Also bekam er wieder ein bissl fluids. Der Patient ist aber NFR, und die Familie ist aufgeklärt und hat es akzeptiert genau wie der Patient selbst. Diesen Kampf mit seiner Krankheit und den Nebeneffekten können wir gar nicht gewinnen. Desswegen ist auch unser Ziel, ihn komfortabel als möglich zu machen. Bei Schmerzen Schmerzmittelgabe, bei Luftnot/ Angstzuständen ebenfalls Meds Gabe wie z.B. Midazolam.
Patient hatte zudem wenige Tage vorher 6 units of blood bekommen weil er einen HB von weniger als 5 hatte. In der Endoskopie hat man eine GI Blutung festgestellt. Nach den 5 units hatte er gerade mal einen HB von "6". Das ist nicht viel nach so viel Blut.
Nach meinem Nachtdienst, konnte ich Ihn wie gesagt noch übergeben an den Tagdienst, allerdings mit einem EWS von 6. Patient hatte die Nacht aber weder Schmerzen noch unwohl sein. Aber gut sah er nicht aus. Schlechte Gesichtsfarbe, Blutkreislauf ist zentralisiert gewesen und Patient sehr schläfrig.
Joar... das wars erstmal :)
Die Nächte waren ruhig genug um lange Pause machen zu können, aber zur Zeit haben wir auf Station sehr oft Patienten im Endstadium. In der vierten Nacht ist eine Patientin gestorben, mit Lungen Krebs und in der ersten musste ein Patient am Ende unseren Nachtdienstes (also der Tagdienst hat gerade übernommen) reanimiert werden, obwohl er NFR war (Keine Rea, keine Intensivmaßnahmen). Da aber gerade zu diesem Zeitpunkt der Consultant da war und die Familie viel Stress gemacht hat (geschrien und gefleht was zu tun), wurde vom Consultant entschieden Reanimationsmaßnahmen zu betreiben. Und wenn man damit dann dummerweise anfängt kann man auch nicht mehr sagen das man den Patienten nicht auf Intensiv verlegt; - also kam er auch auf die Intensiv wo er zeitweise auch weiter reanimiert worden ist und nun ist er bis gestern zwar noch am Leben gewesen aber intubiert und man weiß nicht genau was sein Brain sagt.
Der Zustand des Patienten verschlechterte sich schon die Tage davor zusehends, und sein Sp02 Wert sank ohne Oxygen ziemlich schnell auf teils 65% und in seiner Hypoxie hat er Sauerstoff abgelehnt. Dann musste er fast schon gezwungen werden Sauerstoff zu tragen, weil er selbst nicht mehr zurechnungsfähig war. Zudem ist er arabisch, das heisst die Familie muss immer mit betreut werden mehr als bei europäischen Familien würde ich sagen. Und zudem waren Sie gegen die NFR Maßnahmen, was Sie in der Regel immer sind weil die die Hoffnung nie aufgeben, auch wenn der Patient gerade reanimiert werden.
In der vierten Nacht die Patientin ist friedlich gestorben. Auch deren Zustand hat sich zu sehends extrem verschlechtert und hat Sauerstoff immer wieder abgezogen so das man Sie dann minutenlang dazu überzeugen musste den Sauerstoff zu akzeptieren. Einfach war das nicht. Unser Ziel bei Ihr war es, wie eigentlich bei dem arabischen Patienten auch, die Patientin so komfortabel und painfree zu bekommen wie möglich. Das war Sie bis zu Ihrer letzten Minute auch, und das sogar ohne Medikamente, soweit wir das beurteilen konnte. Der Ehemann hat auch die letzte Nacht bei der Patientin im Zimmer geschlafen und die Familie ist in der Nacht eingetroffen um Abschied zu nehmen. Das war schön! Ein emotional, aber friedlicher und freundlicher Abschied!
In meiner letzten Nacht nach den 4 Nächten und den Tagdiensten, hatte ein mir vorher bekannte Patient sich ebenfalls auch sehr verschlechtert. In einigen Posts before in diesem Blog habe ich den EWS Score erklärt. "Meinen" Patienten habe ich mit einem Score von 2 übernommen und den mit 6 übergeben müssen. Aber auch mit dem Score von 2 war er schon kritisch, weil die Leber und Renal Werte ziemlich down waren:
Urea 28.9
Crea 227
Bili 6.2
alle Transferase ums teils bis 4 fache des maximal Wertes gestiegen
und die fluid balance war mit 2409 im plus und das trotz 120mg Furosemid i.v. in 24Stunden, sprich, der Patient hatte teilweise weniger als 10ml die Stunde ausgescheiden und als wir wegen der hohen Bilanz die Flüssigkeitszufuhr I.V. gestopppt haben, war das ausscheiden NULL. Also bekam er wieder ein bissl fluids. Der Patient ist aber NFR, und die Familie ist aufgeklärt und hat es akzeptiert genau wie der Patient selbst. Diesen Kampf mit seiner Krankheit und den Nebeneffekten können wir gar nicht gewinnen. Desswegen ist auch unser Ziel, ihn komfortabel als möglich zu machen. Bei Schmerzen Schmerzmittelgabe, bei Luftnot/ Angstzuständen ebenfalls Meds Gabe wie z.B. Midazolam.
Patient hatte zudem wenige Tage vorher 6 units of blood bekommen weil er einen HB von weniger als 5 hatte. In der Endoskopie hat man eine GI Blutung festgestellt. Nach den 5 units hatte er gerade mal einen HB von "6". Das ist nicht viel nach so viel Blut.
Nach meinem Nachtdienst, konnte ich Ihn wie gesagt noch übergeben an den Tagdienst, allerdings mit einem EWS von 6. Patient hatte die Nacht aber weder Schmerzen noch unwohl sein. Aber gut sah er nicht aus. Schlechte Gesichtsfarbe, Blutkreislauf ist zentralisiert gewesen und Patient sehr schläfrig.
Joar... das wars erstmal :)
Donnerstag, 30. Juni 2011
Zwei Prozent
Auch wenn meine Tage bald gezählt sind (Denn Ewigkeiten werde ich hier nicht mehr bleiben - Ich hoffe das liest meine Chefin net), freue ich mich wenigstens noch, die kleine Gehaltserhöhung mit zu nehmen. Reich wird man dadurch net, aber besser als nix.
Die erste Nacht von vieren war okay, hatte Zeit genug meine SGD Unterlagen durch zu lesen und Aufgaben zu lösen und im Netz zu surfen und Cola zu trinken und zu quatschen... Was habe ich die letzte Nacht getan... ?? Ach ja, um 8-10pm und um 8am Medis verteilt und was in die Patient Notes geschrieben. Das wars. Vieleicht wird kommende Nacht heute spannender...
Grüße
Dave
Die erste Nacht von vieren war okay, hatte Zeit genug meine SGD Unterlagen durch zu lesen und Aufgaben zu lösen und im Netz zu surfen und Cola zu trinken und zu quatschen... Was habe ich die letzte Nacht getan... ?? Ach ja, um 8-10pm und um 8am Medis verteilt und was in die Patient Notes geschrieben. Das wars. Vieleicht wird kommende Nacht heute spannender...
Grüße
Dave
Dienstag, 31. Mai 2011
Nix besonderes... Nur Gurken und so...
Der Tag heute war... durchwachsen. Die Nurse in Charge hat heute eine weniger günstige Entscheidung getroffen, die zum Glück nicht in die Hose gegangen ist.
Neuerdings wird Team Nursing auf unserer Station betrieben was meiner Meinung nach Schwachsinn ist, vor alle veraltet,.. aber ich akzeptiere dies. Aber die Nurse in Charge hat mich mit einer Bank Nurse ins Team gepackt, die kaum bis null Onko Erfahrung hat und ich als relativ Neuer. Glück für die Nurse in Charge das nix passiert ist, denn die darf die Kacke dann aus baden! So ist das in England. Vorgesetzte haften für Ihre Mitarbeiter (und das oft zurecht). Ach, habe ich erwähnt das dann die Bank Nurse ab 16.ooh frei hatte und ich keinen Ersatz bekommen habe? Verantwortung is net immer fein :( Aber meine Patienten waren nett heute. Haben kaum "Ärger" gemacht ;-) Im Gegenteil. Keiner hat Blut bekommen (denn das bedeutet gute Arbeit für mich) und auch die Infusionen hielten sich sehr in Grenzen... hatte KEINE :D , denn der Patient der eigentlich eine hatte, hat sich selbst abgestöpselt. Tja, jetzt muss er selbst trinken :D
Was mir heute wieder aufgefallen ist, das die meisten arabischen Patienten, eine wunderbare intakte Familie haben. Erstens haben die im Vergleich zu uns "Weißen" mehr Besucher, werden mehr verwöhnt (meistens mit Essen) und auch der Familienzusammenhalt ist fast immer um einiges Besser als bei uns. Das gefällt mir schon ganz gut. Da braucht sich der 75jährige Araber keine Sorgen machen wenn wir den nach Hause entlassen. Für ihn wird gesorgt, mit allen (auch einfachen) Mitteln. Bewundernswert, ehrlich!
Und ein Patient wurde (in meine Gruppe) heute aufgenommen. Die Welt ist klein! Wieso? Hab ich schonmal betreut, aber in Deutschland ;-) Der Bruder des Patienten kannte mich sogar noch. Die Welt ist klein klein klein...
Die Engländer berichten übrigends auch über die Gurken-Problematik in Deutschland. Wärend die deutschen Medien die Spanier verantwortlich machen, fragen sich die Engländer warum ausgerechnet nur in Deutschland die Toten zu verzeichnen sind und die meisten Infektionen. Ich esse hier weiter Salat :) Gibt übrigends auch zwei Fälle in England, das sind aber deutsche die vor kurzem noch auf deutschen Boden waren... Ich bins nicht ! :-D
Grüße an alle,
bis die Tage!
Dave
Neuerdings wird Team Nursing auf unserer Station betrieben was meiner Meinung nach Schwachsinn ist, vor alle veraltet,.. aber ich akzeptiere dies. Aber die Nurse in Charge hat mich mit einer Bank Nurse ins Team gepackt, die kaum bis null Onko Erfahrung hat und ich als relativ Neuer. Glück für die Nurse in Charge das nix passiert ist, denn die darf die Kacke dann aus baden! So ist das in England. Vorgesetzte haften für Ihre Mitarbeiter (und das oft zurecht). Ach, habe ich erwähnt das dann die Bank Nurse ab 16.ooh frei hatte und ich keinen Ersatz bekommen habe? Verantwortung is net immer fein :( Aber meine Patienten waren nett heute. Haben kaum "Ärger" gemacht ;-) Im Gegenteil. Keiner hat Blut bekommen (denn das bedeutet gute Arbeit für mich) und auch die Infusionen hielten sich sehr in Grenzen... hatte KEINE :D , denn der Patient der eigentlich eine hatte, hat sich selbst abgestöpselt. Tja, jetzt muss er selbst trinken :D
Was mir heute wieder aufgefallen ist, das die meisten arabischen Patienten, eine wunderbare intakte Familie haben. Erstens haben die im Vergleich zu uns "Weißen" mehr Besucher, werden mehr verwöhnt (meistens mit Essen) und auch der Familienzusammenhalt ist fast immer um einiges Besser als bei uns. Das gefällt mir schon ganz gut. Da braucht sich der 75jährige Araber keine Sorgen machen wenn wir den nach Hause entlassen. Für ihn wird gesorgt, mit allen (auch einfachen) Mitteln. Bewundernswert, ehrlich!
Und ein Patient wurde (in meine Gruppe) heute aufgenommen. Die Welt ist klein! Wieso? Hab ich schonmal betreut, aber in Deutschland ;-) Der Bruder des Patienten kannte mich sogar noch. Die Welt ist klein klein klein...
Die Engländer berichten übrigends auch über die Gurken-Problematik in Deutschland. Wärend die deutschen Medien die Spanier verantwortlich machen, fragen sich die Engländer warum ausgerechnet nur in Deutschland die Toten zu verzeichnen sind und die meisten Infektionen. Ich esse hier weiter Salat :) Gibt übrigends auch zwei Fälle in England, das sind aber deutsche die vor kurzem noch auf deutschen Boden waren... Ich bins nicht ! :-D
Grüße an alle,
bis die Tage!
Dave
Freitag, 27. Mai 2011
Dritte Nacht und ein Todesfall
In meiner dritten von vieren, ist leider um kurz nach 23h einer meiner Patienten (erwartet) gestorben. Innerhalb von drei Tagen hat sich sein Gesamtzustand verschlechtert. Mich wundert es jedesmal, auch wenn wir es eigentlich erwarten weil Laborwerte und Zustand des Patienten sich verschlechtern, wie schnell es manchmal geht.
Der Patient war auch die letzten beiden Nächte "mein" Patient und in der ersten Nacht konnte er noch mit mir ein bissl sprechen, in der zweiten schon gar nicht mehr, aber immerhin auf lautes zurufen reagieren. Vergangene Nacht sah man ihm mehr als deutlich an, das er nur noch wenige Stunden hat. Obwohl die Ehefrau aufgeklärt worden ist, war Sie so nervös und durch den Wind, das Sie alle Verwandten nach Hause geschickt hat, mit dem Vermekr morgen früh doch wiederzukommen, weil dann die ganze Familie ausgeruhter ist und zusammen am Bett sitzen kann. Unser zureden war leider ohne Erfolg. So wie ich das aus meiner Sicht beurteilen kann, scheint der Patient (Leber CA mit Metastasen) ohne Schmerzen gestorben zu sein. Zwar brodelte er durch Wassereinlagerungen in der Lunge, aber er sah schmerzlos und unverkrampft aus (meine Sicht!!).
Da das Krankenhaus nicht über eine Kältekammer verfügt, werden Verstorbene so zügig es geht gewaschen und dann einer Gesellschaft, die Verstorbene "aufbewahren", übergeben. Natürlich haben die Angehörige noch Zeit sich in Ruhe zu verabschieden, und dies auch 2-3 Stunden. Für mich war es schon vergangenes Jahr, als ich bei Harley Street gearbeitet habe, seltsam, Verstorbene in einen Plastiksack zu stecken. Ich kenne es nur von dem evK Bergisch Gladbach, ev Bonn und der Uniklinik, das man die Patienten im Bett, in einen vorgesehenen Raum (Kühlkammer) bringt. Schon merkwürdiges Gefühl wie es sich anhört wenn der Reissverschluss um den Patienten zugeht..
Dann hatte diesmal wieder ein Patient, kurz nachdem der eine verstorben ist, Brustschmerzen mit angeblicher Luftnot. Na toll! EKG geschrieben, Vitalzeichenkontrolle, den Arzt geholt, Nurse in Charge informiert... EKG unauffällig, SpO2 perfekt auch ohne O2 aber aus psychischen Gründen mal 2-3 Liter gegeben, normaler Blutdruck, nicht tachycard und er verweigerte jede Schmerzmittel... na dann nicht. Grunderkrankung ist, wenn ich mich recht entsinne, Lungen CA mit Metastasen auch im Kopf. Also werde ich mal lieber nicht zickig hier :-)
Ab 0.30 etwa, war die Nacht dann ruhig. Konnte meine großzügige Pause in Ruhe geniessen, durfte zwar wieder mal eine Stunde bei einer Patienten Wache schieben, als die Health-Care-Asst. Pause machte, aber in der Zeit habe ich Cola mit Eis getrunken und Two and a Half Man geschaut auf Viva, nachdem ich nur etwa 10min South Park geguckt habe.
Das war eigentlich das Interessanteste von der Nacht. Hatte ein neues arabisches Wort eigentlich gelernt, aber schon wieder vergessen :-D
So, tschau ich bin raus bis die Tage!
Der Dave
Der Patient war auch die letzten beiden Nächte "mein" Patient und in der ersten Nacht konnte er noch mit mir ein bissl sprechen, in der zweiten schon gar nicht mehr, aber immerhin auf lautes zurufen reagieren. Vergangene Nacht sah man ihm mehr als deutlich an, das er nur noch wenige Stunden hat. Obwohl die Ehefrau aufgeklärt worden ist, war Sie so nervös und durch den Wind, das Sie alle Verwandten nach Hause geschickt hat, mit dem Vermekr morgen früh doch wiederzukommen, weil dann die ganze Familie ausgeruhter ist und zusammen am Bett sitzen kann. Unser zureden war leider ohne Erfolg. So wie ich das aus meiner Sicht beurteilen kann, scheint der Patient (Leber CA mit Metastasen) ohne Schmerzen gestorben zu sein. Zwar brodelte er durch Wassereinlagerungen in der Lunge, aber er sah schmerzlos und unverkrampft aus (meine Sicht!!).
Da das Krankenhaus nicht über eine Kältekammer verfügt, werden Verstorbene so zügig es geht gewaschen und dann einer Gesellschaft, die Verstorbene "aufbewahren", übergeben. Natürlich haben die Angehörige noch Zeit sich in Ruhe zu verabschieden, und dies auch 2-3 Stunden. Für mich war es schon vergangenes Jahr, als ich bei Harley Street gearbeitet habe, seltsam, Verstorbene in einen Plastiksack zu stecken. Ich kenne es nur von dem evK Bergisch Gladbach, ev Bonn und der Uniklinik, das man die Patienten im Bett, in einen vorgesehenen Raum (Kühlkammer) bringt. Schon merkwürdiges Gefühl wie es sich anhört wenn der Reissverschluss um den Patienten zugeht..
Dann hatte diesmal wieder ein Patient, kurz nachdem der eine verstorben ist, Brustschmerzen mit angeblicher Luftnot. Na toll! EKG geschrieben, Vitalzeichenkontrolle, den Arzt geholt, Nurse in Charge informiert... EKG unauffällig, SpO2 perfekt auch ohne O2 aber aus psychischen Gründen mal 2-3 Liter gegeben, normaler Blutdruck, nicht tachycard und er verweigerte jede Schmerzmittel... na dann nicht. Grunderkrankung ist, wenn ich mich recht entsinne, Lungen CA mit Metastasen auch im Kopf. Also werde ich mal lieber nicht zickig hier :-)
Ab 0.30 etwa, war die Nacht dann ruhig. Konnte meine großzügige Pause in Ruhe geniessen, durfte zwar wieder mal eine Stunde bei einer Patienten Wache schieben, als die Health-Care-Asst. Pause machte, aber in der Zeit habe ich Cola mit Eis getrunken und Two and a Half Man geschaut auf Viva, nachdem ich nur etwa 10min South Park geguckt habe.
Das war eigentlich das Interessanteste von der Nacht. Hatte ein neues arabisches Wort eigentlich gelernt, aber schon wieder vergessen :-D
So, tschau ich bin raus bis die Tage!
Der Dave
Donnerstag, 26. Mai 2011
Night Two
Zweite Nacht war definitiv ruhiger,
kein wirklicher Notfall. Dem Patienten mit dem Verdacht auf Herzinfarkt geht es gut, hatte auch wohl keinen Herzinfarkt, sondern die knapp mehr als 2000 mls Wasser in der Brust/ Lunge haben die Beschwerden ausgelöst.
Dafür durfte ich insgesamt 4 Stunden von meinen 12 Stunden bei 2 Patienten die Nacht im Zimmer rumsitzen und aufpassen das die nicht aus dem Bett springen... das kann auch anstrengend sein :-D War aber eher echt öde. Bei einer Patientin saß ich "nur" eine Stunde und habe auf BBC3 American Dad zwei Folgen geguckt und bei einem anderen Patienten (Leber CA mit Mets) war schon mehr zu tun. Der wollte immer aus dem Bett, hatte eine Sättigung ohne O2 bei 88-90% und wollte sich später dann auch immer die Maske runterreissen. Das war dann echt nervend. Aufsetzen, er setzt ab, Aufsetzen, er setzt an.... und das drei Stunden und 20mg Midazolam und 1mg Lorazepam haben NICHT geholfen. Ich wär bei 2,5mg Midazolam schon im Reich der Träume.
Sonst war die Nacht ruhig. Noch diese Nacht (3), dann den Ausschlaftag frei und dann noch ne Nacht. Der Dienstplanschreiber hat echt net aufgepasst. Dann zwei Tage frei dann drei Tagdienste... happy (nicht wirklich).
So, das wars.. tschau ich bin raus!
Bis die Tage !
kein wirklicher Notfall. Dem Patienten mit dem Verdacht auf Herzinfarkt geht es gut, hatte auch wohl keinen Herzinfarkt, sondern die knapp mehr als 2000 mls Wasser in der Brust/ Lunge haben die Beschwerden ausgelöst.
Dafür durfte ich insgesamt 4 Stunden von meinen 12 Stunden bei 2 Patienten die Nacht im Zimmer rumsitzen und aufpassen das die nicht aus dem Bett springen... das kann auch anstrengend sein :-D War aber eher echt öde. Bei einer Patientin saß ich "nur" eine Stunde und habe auf BBC3 American Dad zwei Folgen geguckt und bei einem anderen Patienten (Leber CA mit Mets) war schon mehr zu tun. Der wollte immer aus dem Bett, hatte eine Sättigung ohne O2 bei 88-90% und wollte sich später dann auch immer die Maske runterreissen. Das war dann echt nervend. Aufsetzen, er setzt ab, Aufsetzen, er setzt an.... und das drei Stunden und 20mg Midazolam und 1mg Lorazepam haben NICHT geholfen. Ich wär bei 2,5mg Midazolam schon im Reich der Träume.
Sonst war die Nacht ruhig. Noch diese Nacht (3), dann den Ausschlaftag frei und dann noch ne Nacht. Der Dienstplanschreiber hat echt net aufgepasst. Dann zwei Tage frei dann drei Tagdienste... happy (nicht wirklich).
So, das wars.. tschau ich bin raus!
Bis die Tage !
Mittwoch, 25. Mai 2011
EWS in Real Life
Letzte Nacht war weniger gut.
Kurz nach 22.ooh meldete sich ein Patient mit beginnenden Brustschmerzen, Hitzgefühl hatte er schon vorher (aber kein Fieber) und erschwerte Atmung. Auch Schmerzen in den Armen gab der Patient an, aber in beiden.
Kurze Zeit später war der EWS Score auch 5 (auf dem Höhepunkt sogar 6) - BP 200/100, Tachycardic mit 114, Sättigung bei 90 und später 88 bei 5 Litern Sauerstoffgabe über normale Maske und Schmerzen.
Ich habe direkt ein EKG geschrieben, Arzt informiert und alle 15 Minuten die erste Stunde Vitalzeichen kontrolliert. Nurse in Charge wurde selbstverständlich auch sofort informiert, war aber dann mit meinen Patienten beschäftigt dann, damit ich den Notfall "bearbeiten" konnte. Der Arzt konnte erst nicht kommen, da er noch 6 andere "Notfälle" vorher hatte, aber nachdem ich alle Beschwerden aufgezeigt habe, war er 1 Minute später doch da. Geht doch!
Es wurde sehr schnell eine Intensiv Ärztin dazugeholt, weil man als erstes versucht, den/die PatientenIn auf Station zu stabilisieren, da durch eine 1-1 Betreuung, Intensiv Betten sehr rar sind. Nach 4 Stunden ging es dem Patienten um einiges besser und um 6 Uhr morgends gings ihm blendend. Auf gut deutsch, ich habe meine Nacht einem Patienten gewidmet und meine beiden anderen abgegeben sozusagen.
Was wurde alles gemacht ?
- Blut wurde um 23.ooh und 6.ooh entnommen
- X-Ray chest, zeigte viel freie Flüssigkeiten im Brustbereich -> bekam daurauf hin auch 40mg Furosemid und schied über 3000ml die Nacht über aus und war dann auch in einer ausgeglichenen IN/OUT Bilanz
- um einfacher Auszuscheiden hat Patient einen Katheder bekommen
- 4 Hübe Blutdrucksenker insgesamt
- Schmerzmittel
- EKG am Anfang, zeigte alte kardiologische Ereignisse, es war unklar und wohl nicht ganz zu sehen, ob Patient einen Herzinfarkt hatte oder nicht
Ja, das war die erste von 4 Nächten :(
Ab gehts zur Nächsten
CU
Kurz nach 22.ooh meldete sich ein Patient mit beginnenden Brustschmerzen, Hitzgefühl hatte er schon vorher (aber kein Fieber) und erschwerte Atmung. Auch Schmerzen in den Armen gab der Patient an, aber in beiden.
Kurze Zeit später war der EWS Score auch 5 (auf dem Höhepunkt sogar 6) - BP 200/100, Tachycardic mit 114, Sättigung bei 90 und später 88 bei 5 Litern Sauerstoffgabe über normale Maske und Schmerzen.
Ich habe direkt ein EKG geschrieben, Arzt informiert und alle 15 Minuten die erste Stunde Vitalzeichen kontrolliert. Nurse in Charge wurde selbstverständlich auch sofort informiert, war aber dann mit meinen Patienten beschäftigt dann, damit ich den Notfall "bearbeiten" konnte. Der Arzt konnte erst nicht kommen, da er noch 6 andere "Notfälle" vorher hatte, aber nachdem ich alle Beschwerden aufgezeigt habe, war er 1 Minute später doch da. Geht doch!
Es wurde sehr schnell eine Intensiv Ärztin dazugeholt, weil man als erstes versucht, den/die PatientenIn auf Station zu stabilisieren, da durch eine 1-1 Betreuung, Intensiv Betten sehr rar sind. Nach 4 Stunden ging es dem Patienten um einiges besser und um 6 Uhr morgends gings ihm blendend. Auf gut deutsch, ich habe meine Nacht einem Patienten gewidmet und meine beiden anderen abgegeben sozusagen.
Was wurde alles gemacht ?
- Blut wurde um 23.ooh und 6.ooh entnommen
- X-Ray chest, zeigte viel freie Flüssigkeiten im Brustbereich -> bekam daurauf hin auch 40mg Furosemid und schied über 3000ml die Nacht über aus und war dann auch in einer ausgeglichenen IN/OUT Bilanz
- um einfacher Auszuscheiden hat Patient einen Katheder bekommen
- 4 Hübe Blutdrucksenker insgesamt
- Schmerzmittel
- EKG am Anfang, zeigte alte kardiologische Ereignisse, es war unklar und wohl nicht ganz zu sehen, ob Patient einen Herzinfarkt hatte oder nicht
Ja, das war die erste von 4 Nächten :(
Ab gehts zur Nächsten
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