Freitag, 27. Mai 2011

Dritte Nacht und ein Todesfall

In meiner dritten von vieren, ist leider um kurz nach 23h einer meiner Patienten (erwartet) gestorben. Innerhalb von drei Tagen hat sich sein Gesamtzustand verschlechtert. Mich wundert es jedesmal, auch wenn wir es eigentlich erwarten weil Laborwerte und Zustand des Patienten sich verschlechtern, wie schnell es manchmal geht.
Der Patient war auch die letzten beiden Nächte "mein" Patient und in der ersten Nacht konnte er noch mit mir ein bissl sprechen, in der zweiten schon gar nicht mehr, aber immerhin auf lautes zurufen reagieren. Vergangene Nacht sah man ihm mehr als deutlich an, das er nur noch wenige Stunden hat. Obwohl die Ehefrau aufgeklärt worden ist, war Sie so nervös und durch den Wind, das Sie alle Verwandten nach Hause geschickt hat, mit dem Vermekr morgen früh doch wiederzukommen, weil dann die ganze Familie ausgeruhter ist und zusammen am Bett sitzen kann. Unser zureden war leider ohne Erfolg. So wie ich das aus meiner Sicht beurteilen kann, scheint der Patient (Leber CA mit Metastasen) ohne Schmerzen gestorben zu sein. Zwar brodelte er durch Wassereinlagerungen in der Lunge, aber er sah schmerzlos und unverkrampft aus (meine Sicht!!).

Da das Krankenhaus nicht über eine Kältekammer verfügt, werden Verstorbene so zügig es geht gewaschen und dann einer Gesellschaft, die Verstorbene "aufbewahren", übergeben. Natürlich haben die Angehörige noch Zeit sich in Ruhe zu verabschieden, und dies auch 2-3 Stunden. Für mich war es schon vergangenes Jahr, als ich bei Harley Street gearbeitet habe, seltsam, Verstorbene in einen Plastiksack zu stecken. Ich kenne es nur von dem evK Bergisch Gladbach, ev Bonn und der Uniklinik, das man die Patienten im Bett, in einen vorgesehenen Raum (Kühlkammer) bringt. Schon merkwürdiges Gefühl wie es sich anhört wenn der Reissverschluss um den Patienten zugeht..

Dann hatte diesmal wieder ein Patient, kurz nachdem der eine verstorben ist, Brustschmerzen mit angeblicher Luftnot. Na toll! EKG geschrieben, Vitalzeichenkontrolle, den Arzt geholt, Nurse in Charge informiert... EKG unauffällig, SpO2 perfekt auch ohne O2 aber aus psychischen Gründen mal 2-3 Liter gegeben, normaler Blutdruck, nicht tachycard und er verweigerte jede Schmerzmittel... na dann nicht. Grunderkrankung ist, wenn ich mich recht entsinne, Lungen CA mit Metastasen auch im Kopf. Also werde ich mal lieber nicht zickig hier :-)

Ab 0.30 etwa, war die Nacht dann ruhig. Konnte meine großzügige Pause in Ruhe geniessen, durfte zwar wieder mal eine Stunde bei einer Patienten Wache schieben, als die Health-Care-Asst. Pause machte, aber in der Zeit habe ich Cola mit Eis getrunken und Two and a Half Man geschaut auf Viva, nachdem ich nur etwa 10min South Park geguckt habe.

Das war eigentlich das Interessanteste von der Nacht. Hatte ein neues arabisches Wort eigentlich gelernt, aber schon wieder vergessen :-D

So, tschau ich bin raus bis die Tage!

Der Dave

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