Montag, 25. Juli 2011

Einiges Neues

Ja die letzten Tagen und Wochen haben einiges Neues ergeben. Dazu aber später. Erst einmal von der Arbeit: Ich hatte erst 7 Tage frei und habe nun am Wochenende gearbeitet. Die beiden Dienste waren mehr als ruhig, um es von der finanziellen Seite des Krankenhaus zu sagen "Zu wenig Patienten und zu viel Personal". Wir waren 3 Staff Nurses bei 5 Patienten. Nurse in Cargo hat eine/einen und wir hatten je zwei. Man kann da natürlich dann die ganze andere Arbeit schnell machen, wie Crash Trollet checken, alles auf Hochglanz putzen (ach ja, 2-3 Putzfrauen für die Ebene sind auch jeden Tag da) und BBC iPlayer gucken, den es leider nicht in Deutschland zu schauen gibt :( Weil der ist echt gut. Der Nursing Admin/Manager, der das ganze Krankenhaus betreut wollte von uns die Web History einsehen, was er auch darf und getan hat, aber meckern konnte er nicht HAHA , denn alles war gemacht. Aus Lageweile hat die Nurse in Charge die Telefonliste der Station und viel anderen Doku Kram der nicht unsere Aufgabe ist gemacht, ich habe alle Trollys, Trays, Dinamaps und Fläschen gewischt und mich Stunden mit Patienten unterhalten und Wünsche erfüllt... da war der Manager dann ein bissl sprachlos. Jaja, erst meckern und dann... ;)

In letzter Zeit sind wirklich zu wenige Patienten. Und das obwohl die Onkologie extra 5 oder 6 Stellen ausgeschrienen hat und 3 erst davon besetzt sind und ich und eine Schweizerin das Krankenhaus verlassen. Aber der nursing Admin meinte gestern, das is immer so erstmal, "da wirbt man Personal gross an, dann ist nix zu tun". Aber das Krankenhaus entlässt deshalb keinen, weil jeden Tag sich die Situation ändern kann. Schnell sind mal 5-8 Selbstzahler aus Dubai da und wollen bei uns behandelt werden, die lassen dann genug Geld da das man uns durch bezahlen kann. Zudem gabs ne Gehaltserhöhung und das Outpatient Department (Tagesklinik) macht zur Zeit so viel Umsatz das wohl die Zahlen gehalten werden.

In letzter Zeit sterben meiner Meinung nach nur ein bissl viel Patienten bei uns, weil viele keinen kurzfristigen Hospitzplatz bekommen. Und dann habe ausgerechnet auch ich die Patienten zu betreuen, was noch nicht so schlecht ist, da wenn die Patienten dann sterben, ich meistens im OFF bin oder Gegengesetzten Dienst.

Gekündigt habe ich meine Arbeitsstelle auch vor 2 Wochen, weil ich einen Studienplatz in Deutschland bekommen habe (NICHT Medizin!). Somit ist es auch hinfällig zu sagen wie der angestrebte Job in der Hämatologie der Uniklinik London werden wird. Die fanden es nicht ganz so schön das ich abgesagt habe. Muss auch an mich denken :)

Ich wünsche euch ne schöne Woche, mir geht's wieder besser, nachdem ich heute Mittag gekotzt habe weil ich irgendwas falsches gegessen habe. Aber jetzt geht's mir wieder besser, so gut das ich mal was raus muss :)

Bis bald,

Dave

Dienstag, 12. Juli 2011

Days and Nights

Die letzten Tage waren ein bissl anstrengend. Hatte 4 Nächte, dann den Tag frei an dem ich aus der Nacht kam und dann 2 Long Days und eine Nacht wieder. Ätzend.
Die Nächte waren ruhig genug um lange Pause machen zu können, aber zur Zeit haben wir auf Station sehr oft Patienten im Endstadium. In der vierten Nacht ist eine Patientin gestorben, mit Lungen Krebs und in der ersten musste ein Patient am Ende unseren Nachtdienstes (also der Tagdienst hat gerade übernommen) reanimiert werden, obwohl er NFR war (Keine Rea, keine Intensivmaßnahmen). Da aber gerade zu diesem Zeitpunkt der Consultant da war und die Familie viel Stress gemacht hat (geschrien und gefleht was zu tun), wurde vom Consultant entschieden Reanimationsmaßnahmen zu betreiben. Und wenn man damit dann dummerweise anfängt kann man auch nicht mehr sagen das man den Patienten nicht auf Intensiv verlegt; - also kam er auch auf die Intensiv wo er zeitweise auch weiter reanimiert worden ist und nun ist er bis gestern zwar noch am Leben gewesen aber intubiert und man weiß nicht genau was sein Brain sagt.
Der Zustand des Patienten verschlechterte sich schon die Tage davor zusehends, und sein Sp02 Wert sank ohne Oxygen ziemlich schnell auf teils 65% und in seiner Hypoxie hat er Sauerstoff abgelehnt. Dann musste er fast schon gezwungen werden Sauerstoff zu tragen, weil er selbst nicht mehr zurechnungsfähig war. Zudem ist er arabisch, das heisst die Familie muss immer mit betreut werden mehr als bei europäischen Familien würde ich sagen. Und zudem waren Sie gegen die NFR Maßnahmen, was Sie in der Regel immer sind weil die die Hoffnung nie aufgeben, auch wenn der Patient gerade reanimiert werden.

In der vierten Nacht die Patientin ist friedlich gestorben. Auch deren Zustand hat sich zu sehends extrem verschlechtert und hat Sauerstoff immer wieder abgezogen so das man Sie dann minutenlang dazu überzeugen musste den Sauerstoff zu akzeptieren. Einfach war das nicht. Unser Ziel bei Ihr war es, wie eigentlich bei dem arabischen Patienten auch, die Patientin so komfortabel und painfree zu bekommen wie möglich. Das war Sie bis zu Ihrer letzten Minute auch, und das sogar ohne Medikamente, soweit wir das beurteilen konnte. Der Ehemann hat auch die letzte Nacht bei der Patientin im Zimmer geschlafen und die Familie ist in der Nacht eingetroffen um Abschied zu nehmen. Das war schön! Ein emotional, aber friedlicher und freundlicher Abschied!

In meiner letzten Nacht nach den 4 Nächten und den Tagdiensten, hatte ein mir vorher bekannte Patient sich ebenfalls auch sehr verschlechtert. In einigen Posts before in diesem Blog habe ich den EWS Score erklärt. "Meinen" Patienten habe ich mit einem Score von 2 übernommen und den mit 6 übergeben müssen. Aber auch mit dem Score von 2 war er schon kritisch, weil die Leber und Renal Werte ziemlich down waren:
Urea 28.9
Crea 227
Bili 6.2
alle Transferase ums teils bis 4 fache des maximal Wertes gestiegen
und die fluid balance war mit 2409 im plus und das trotz 120mg Furosemid i.v. in 24Stunden, sprich, der Patient hatte teilweise weniger als 10ml die Stunde ausgescheiden und als wir wegen der hohen Bilanz die Flüssigkeitszufuhr I.V. gestopppt haben, war das ausscheiden NULL. Also bekam er wieder ein bissl fluids. Der Patient ist aber NFR, und die Familie ist aufgeklärt und hat es akzeptiert genau wie der Patient selbst. Diesen Kampf mit seiner Krankheit und den Nebeneffekten können wir gar nicht gewinnen. Desswegen ist auch unser Ziel, ihn komfortabel als möglich zu machen. Bei Schmerzen Schmerzmittelgabe, bei Luftnot/ Angstzuständen ebenfalls Meds Gabe wie z.B. Midazolam.
Patient hatte zudem wenige Tage vorher 6 units of blood bekommen weil er einen HB von weniger als 5 hatte. In der Endoskopie hat man eine GI Blutung festgestellt. Nach den 5 units hatte er gerade mal einen  HB von "6". Das ist nicht viel nach so viel Blut.
Nach meinem Nachtdienst, konnte ich Ihn wie gesagt noch übergeben an den Tagdienst, allerdings mit einem EWS von 6. Patient hatte die Nacht aber weder Schmerzen noch unwohl sein. Aber gut sah er nicht aus. Schlechte Gesichtsfarbe, Blutkreislauf ist zentralisiert gewesen und Patient sehr schläfrig.

Joar... das wars erstmal :)